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Lehre mich nicht, lass mich lernen!

Mit den Fortbildungstagen 2017 gelang eine richtungsweisende Auseinandersetzung mit unserer Bildungs- und Wissenskultur. So stand diesmal nicht das Lehren, sondern das Lernen im Mittelpunkt unserer Fortbildungsaktivitäten. Einem Lernen, das ganz aus der Perspektive der Lernenden zu betrachten ist.

Die Fortbildungstage des Burgenländischen Musikschulwerks stehen in der Tradition, die tägliche Arbeit in den Musikschulen zu reflektieren und das pädagogische Umfeld nach neuen Entwicklungen und Erkenntnissen abzutasten. Der Titel der diesjährigen Veranstaltung „LERNEN.NEU“ signalisiert bereits einen Paradigmenwechsel in der Rolle von uns Lehrenden. Der „Pauker“ hat ausgedient. Soviel ist längst klar. Der „Nürnberger Trichter“ sollte ein Relikt aus der Vergangenheit sein.

Oder?

 

Welche Anforderungen stellt also das 21. Jahrhundert an uns Lehrerinnen und Lehrer?

 

Mehr als 50 Kolleginnen und Kollegen aus allen Musikschulen des Landes versammelten sich am Dienstag, den 22. August 2017 im Kammermusiksaal des Kulturzentrums Oberschützen, um sich mit der Zukunft des Lernens auseinanderzusetzen. In Vorträgen und Workshops stand das „kompetenzorientierte Lernen“  zur Diskussion. Mit diesem „kompetenzorientierten Lernen“ möchte man erreichen, dass Kinder und Jugendliche ihre natürliche Lernbereitschaft ausbauen und diese mit praktischem Handeln verbinden. Das bedingt allerdings ein gänzlich anderes Unterrichten. Das Rollenbild einer Lehrerin oder eines Lehrers wird sich signifikant ändern.

In einem beeindruckenden Vortrag erläuterte der Bildungswissenschaftler Univ.Doz. Prof. DDr. Karl Klement die wissenschaftlichen Grundlagen des kompetenzorientierten Lernens.

An einigen Volksschulen des Burgenlandes wird diese Unterrichtsmethode bereits praktiziert. VSDir.in Birgit Taschler (VS Jabing) und VSDir.in Alexandra Schönfeldinger (VS Unterschützen) haben uns in ihrem Vortrag den Unterrichtsalltag mit dem kompetenzorientierten Lernen an ihren Schulen gezeigt. Da viele Kinder aus diesen Volksschulen auch unsere Musikschulen besuchen, beschäftigten wir uns in einem anschließendem  Workshop auch mit den Möglichkeiten einer Umsetzung dieser Didaktik in unserem Instrumentalunterricht.

 

Der Mittwoch, der 23. August 2017 stand ganz im Zeichen instrumentalspezifischer Workshops. So gestalteten die Fachgruppen Gesang und Stimme, Tasteninstrumente sowie Zupfinstrumente Fortbildungen für ihre Kolleginnen und Kollegen.

 

Am Donnerstag, den 24. August 2017 stand erstmals bei den Fortbildungstagen die „Musikkunde“ auf dem Programm. Auch hier ging es um neue Ansätze in der Vermittlung der Musiktheorie und somit schloss sich auf ideale Weise der Themenkreis des kompetenzorientierten Lernens.

 

Mit den Fortbildungstagen 2017 signalisierten die teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen aus den Musikschulen des Burgenlandes einmal mehr, dass ihnen die Arbeit mit „ihren“ Kindern ein sehr ernstes Anliegen ist und somit der Unterricht an unseren Musikschulen eine große Bereicherung des Lebens dieser Schülerinnen und Schüler garantiert.

 

Gebhard Rauscher