Seminar „Musikunterricht mit Senioren“ mit Christa Wickenhauser

Wir können in der EMP keine Schüler zu Wettbewerben schicken, wir schaffen keine Auszeichnungen und Preise, doch die Lebensfreude ohne Altersgrenze die unser Fach vermitteln kann, gibt ALLEN Beteiligten mehr als 100 Punkte!

Die Vielfalt der Gliederung in unterschiedliche Teilbereiche der EMP in bestimmte Alterssegmente ist kaum mit anderen pädagogischen Unterrichtskonzepten vergleichbar und schon lange nicht mehr auf den Vorschulbereich beschränkt. So beginnt Unterricht bereits mit wenigen Lebensmonaten und spannt sich weit bis hin zum Unterricht mit Senioren.

 

Das Seminar „Musikunterricht mit Senioren“ war dieses Mal der gewählte Schwerpunkt unseres Fachgruppentreffens am 24. Oktober 2013 im „Kolpinghaus Gemeinsam Leben“ im 10. Bezirk in Wien mit einer sehr kompetenten Referentin, Christa Wickenhauser von der Konservatorium Wien Privatuniversität und den Musikschulen Wien. Sie vermittelte uns in ihrer Praxisstunde didaktische Ansätze für generationsübergreifenden Unterricht mittels Liedern und Tänzen. Berührende Augenblicke, überraschende Situationen, persönlicher Ausdruck der Anwesenden nach Bewegung, Kommunikation und Freude am Tun waren überwältigend. Geistige und körperliche Einschränkungen wurden behutsam beachtet. Die musikalische Unterstützung, bei den Liedern mit dem Akkordeon von „Frau Inge“, die seit ihrer Geburt blind ist, wird uns noch lange in bester Erinnerung bleiben.

 

Im Rahmen der gemeinsamen Analyse ist uns allen jedoch eines klar geworden: Um kompetent mit älteren Menschen zu arbeiten, bedarf es eines geragogischen Grundwissens. Geragogische Praxis befasst sich mit dem Lebenslauf, dem Lebenssinn und dem Lebensziel von älter werdenden Menschen. Laut Prognosen und Statistiken steigt die Lebenserwartung der österreichischen Bevölkerung und somit die Zahl der älteren Menschen, die gesund, aktiv und kulturell interessiert sind, stark an. Die EMP nimmt diesen demografischen Strukturwechsel ernst.

 

Die zukünftigen Aufgaben bestehen nun darin, neben fachlicher Qualifikation von musikgeragogischen Lehrkräften auch musikorientierte Fortbildungen für das Pflegepersonal anzubieten. Oft können altersbedingte Krankheiten die Aktivitäten der teilnehmenden Senioren in einer Gruppe stark beeinflussen. Die diesbezügliche Methodik und Unterrichtsplanung ist darauf abzustimmen, daher ist diese Vernetzung auch wichtig.

 

Es wird aber auch notwendig sein, dass die Träger von Alten- und Pflegeeinrichtungen über finanzielle Ressourcen verfügen, um gemeinsam mit den Musikschulen diesbezügliche Kurse anbieten zu können. Seitens der politischen Ebene wird es zukünftig dringend notwendig sein, die Rahmenbedingungen zu verbessern oder zu schaffen.

 

Wir werden dieser neuen Aufgabe größte Aufmerksamkeit schenken! Das gemeinsame Singen, hören von Musik, sich zu Musik zu bewegen etc. ist ein wesentlicher Teil der zur Steigerung der Lebensqualität und Lebenszufriedenheit beiträgt.

 

Werden WIR im Alter einen sinnerfüllten Lebensabend mit Musik genießen können?