Fortbildungstage 2026
AugenHören | OhrenSehen
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wir alle haben unsere Routinen und Gewohnheiten, und das ist gut und wichtig und schafft Sicherheit. Gerade für den Musikunterricht kann es aber erfrischend sein, neue Blickwinkel und Sichtweisen einzunehmen, auch wenn diese uns vielleicht auf den ersten Blick ungewohnt oder fremd erscheinen. Die Fortbildungstage 2026 möchten dazu einladen, andere Sichtweisen einzunehmen und gemeinsam Ideen für den Unterricht zu entwickeln. Sowohl allgemeinpädagogische Themen wie auch fachspezifische Inputs werden neben dem kollegialen Austausch im Mittelpunkt stehen.
Die Fortbildungstage finden von Dienstag, den 25. bis Freitag, den 28. August 2026 an der Joseph Haydn Privathochschule in Eisenstadt statt.
Hilfe, mein Schüler komponiert
Referent: Helmut Schmidinger
Was tun, wenn die eigene Schülerin bzw. der eigene Schüler anstelle der geübten Aufgabe mit einer eigenen kleinen Komposition in die nächste Unterrichtsstunde kommt?
Teilen Sie in einem ersten Schritt die Freude darüber mit der Schülerin bzw. dem Schüler und sehen Sie darin ein Kompliment an die eigene pädagogische Arbeit, die den Rahmen für dieses „Coming-Out“ der Schülerin bzw. des Schülers geschaffen hat. In einem zweiten Schritt braucht es nun Hilfestellungen, Tipps und Tricks auf Lehrer:innen-und Schüler:innenseite, diesen Weg weiterzugehen und dabei das kreative Potential der jungen Damen und Herren zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Ich freue mich auf alle Neugierigen. Bitte bringen Sie Ihr Instrument mit und lassen Sie uns gemeinsam komponieren und musizieren.
Bei dieser Abendveranstaltung wollen wir uns mit allen interessierten Kolleg:innen austauschen, die im Fachbereich Klassenmusizieren tätig sind.
Das Treffen dient zur Vernetzung, dem Austausch und Literaturaustausch. Nimm bitte gerne auch konkrete Literatur oder Musizierideen mit.
Werkbezug - Ein didaktischer Ansatz als Missing Link zwischen Kunst und Pädagogik
Referent: Helmut Schmidinger
Die Violoncelloschülerin geht mittwochs von 15:00-15:50 in ihre Cellostunde: mit Violoncello, aber ohne Notenpapier. Dieselbe Schülerin besucht freitags von 16:00-16:50 den Musikkunde-Kurs: mit Notenpapier, aber ohne Instrument. Das wirkt nicht nur stundenplantechnisch wie zwei getrennte Welten ohne Berührungspunkte.
Diese Fortbildung schafft Bewusstsein für das Potential „Werkbezogener Musikkunde“ als Missing Link zwischen Musik und Theorie, zwischen Instrumental- bzw. Vokal- und Musikkundeunterricht. Anhand von in der Praxis erprobten Beispielen wird gezeigt, wie der Werkbezug als didaktischer Ansatz auf der Ebene der Produktion, der Interpretation (Reproduktion), der Rezeption und der Reflexion sicht- und hörbar werden kann. Bitte bringen Sie Ihre Instrumente und Unterrichtsliteratur mit, um an ganz konkreten Beispielen eine neue Qualität im Dialog zwischen den Musikkundelehrenden und den Instrumental- bzw. Vokallehrenden zu entwickeln und damit auch das Repertoire an „Referenzwerken“ zu erweitern.
AugenHören & OhrenSehen. Didaktik und Methodik der Gehörbildung
Referent: Helmut Schmidinger
Unterschiedliche Formen des Hörens stehen im Zentrum dieser Fortbildung: das voraussetzungslose, entdeckende, aktive, passive, analytische, kreative, emotionale Hören etc. Anhand von in der Praxis erprobten Methoden wie z. B. dem Hörtagebuch, Hörspaziergang, Hörrätsel oder der Hörpartitur erarbeiten wir, wie Sie mit Hilfe dieser Zugänge Ihre Schüler:innen inspirieren können, die eigene Umwelt mit neuen Ohren zu hören und Themenbereiche der Musikkunde wie Rhythmen, Melodien, Harmonien, Skalen, Formen und Klangfarben von der ersten Begegnung an hörend zu erschließen.
Bitte bringen Sie Ihr Instrument mit, um die eine und / oder andere Höreinladung gleich selbst anzunehmen und umzusetzen!
Mehr als 10 Finger auf 88 Tasten | Gruppenunterricht am Klavier – zwischen pädagogischer Challenge und Lerngewinn
Referentin: Elisabeth Aigner-Monarth
Gruppenunterricht am Klavier stellt Lehrende vor besondere pädagogische Herausforderungen. Viele fühlen sich bei der Umsetzung dieser Unterrichtsform zunächst auf sich allein gestellt.
In dieser Fortbildung entwickeln wir gemeinsam Strategien für einen professionellen Umgang mit Fragen der Unterrichtsorganisation und -durchführung, der Heterogenität von Schüler:innen sowie den Voraussetzungen für kreative und effiziente Unterrichtsstunden voller Spielfreude.
Wir werfen dabei einen neuen Blick auf Unterrichtsmaterialien, erweitern unser methodisches Repertoire und erproben praxisnah unterschiedliche Gruppenunterrichts-Settings. Ziel ist es, diese Impulse direkt in den eigenen Unterrichtsalltag zu übertragen – für mehr Lerngewinn, Motivation und musikalische Begeisterung bei allen Beteiligten.
Lernen Verstehen - wie Kinder, Jugendliche und Erwachsene lernen
Referentin: Maria Lucsanics
Gemeinsam erkunden wir, wie musikalische Lernprozesse entstehen, begleitet und gestaltet werden können.
Im praktischen Tun, durch Austausch und Reflexion beschäftigen wir uns mit zentralen Fragen:
Wie lernen Menschen Musik? Welche Rolle spielen Bewegung, Stimme, Instrumente und Improvisation? Wie können Lernräume gestaltet werden, die Kreativität, Ausdruck und musikalisches Verständnis fördern?
Die Fortbildung verbindet praktische musikalische Arbeit und lädt dazu ein, eigene Erfahrungen einzubringen, neue Perspektiven kennenzulernen und Ideen für die eigene pädagogische Praxis mitzunehmen.
Die Fortbildung umfasst einen Tag für die Arbeit mit Eltern-Kind-Gruppen sowie einen Tag zum Elementaren Musizieren.
Spannungsfeld Klassik-Pop
Referent: Helmut Simmer
Gesangsunterricht, auch klassischer, kommt heutzutage an Popularmusik nicht vorbei. Klassisch ausgebildete Gesangspädagog:innen stehen dabei oft vor der Herausforderung, einen Umgang mit der Stimme zu vermitteln, den sie sich selbst noch nicht vollständig angeeignet haben. Um dies zu bewältigen, ist erstens ein tiefes Verständnis für die Stimme an sich und zweitens für die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen klassischem und Populargesang unerlässlich. Das ist einer der Schwerpunkte dieses Seminars.
Darüber hinaus werden wir uns besonders mit der Weiterentwicklung des Singens im Stilfeld befassen und Perspektiven für die eigene stimmtechnische, klangliche und musikalische Entwicklung erarbeiten. Ich werde meine gesammelte Toolbox vorstellen, und wir werden sie anhand von mitgebrachten Stücken ausprobieren und praktische Erfahrungen sammeln.
Darüber hinaus werden wir uns über eigene Erfahrungen, Erfolgsgeschichten und Herausforderungen austauschen. Ziel des Workshops ist es, dass alle Teilnehmer:innen mit mehr Sicherheit und neuen Perspektiven für ihr eigenes Singen und ihren Unterricht nach Hause gehen.
Methodik des Anfängerunterrichts auf der Gitarre: Pädagogische Herangehensweisen in Praxis und Theorie
Referentin: Anita Rennert
Wir werden uns in der Fortbildung gemeinsam der Methodik des Gitarrenunterrichts mit Schüler:innen ab dem Kleinkindalter widmen. Frau Prof. Rennert wird uns theoretisch fundierte, jedoch praxisnahe Einblicke in bewährte pädagogische Konzepte geben. Für alle, die ihren methodischen Werkzeugkasten auffrischen und ihr Verständnis für das Lernen von Kindern im frühkindlichen Altern vertiefen wollen.
Erste Hilfe Kurs (8-stündig)
Referent: Alexander Meller
In diesem Erste Hilfe Kurs fokussieren wir uns hauptsächlich auf die Erste-Hilfe-Leistung bei Kindern, wenn diese durch einen Notfall oder eine Verletzung notwendig wird. Um in Notfallsituationen richtig zu reagieren, bedarf es regelmäßiger Übung und Auffrischung.
Bezogen auf unseren Unterrichtsalltag werden wir zuerst dahingehend gebrieft, Gefahren rechtzeitig zu erkennen. Weiters üben wir die Abläufe verschiedener Notsituationen, wie zum Beispiel das angemessene Verhalten bei einem Atem-Kreislaufstillstand sowie den Umgang mit einem Defibrillator. Ebenso beschäftigen wir uns mit Maßnahmen bei Verletzungen und dem Umgang mit Verbandszeug, richtiges Handeln bei plötzlichen Erkrankungen wie Vergiftungen, allergischen Schocks oder Insektenstichen, sowie Hilfe bei Panikattacken.
Veranstaltungsort
Joseph Haydn Privathochschule Eisenstadt
Glorietteallee 2
7000 Eisenstadt
Übernachtung
Parkhotel Eisenstadt
Joseph Haydn Gasse 38
7000 Eisenstadt
Die Verpflegung und die Kosten der Übernachtungen für die Teilnehmer:innen aus den Musikschulen Burgenland übernimmt das Burgenländische Musikschulwerk.
Kosten für externe Lehrende
Tagespreis inkl. Verpflegung: € 50,–